{"id":10,"date":"2019-05-08T17:00:20","date_gmt":"2019-05-08T15:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/Tonality\/thal-partner.de\/blog\/?p=10"},"modified":"2021-02-23T10:37:31","modified_gmt":"2021-02-23T09:37:31","slug":"talking-about-reality","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thal-partner.de\/blog\/talking-about-reality\/","title":{"rendered":"Realit\u00e4t und Wirklichkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Tradition von Paul Watzlawick und den Konstruktivisten, stellt sich nicht nur im therapeutischen Umfeld die Frage nach der Wirklichkeit. Gerade in der Gesch\u00e4ftswelt, die ja von gestaltungswilligen Alphatieren gepr\u00e4gt ist, spielt der individuelle Blickwinkel eine wirklichkeitsgestaltende Rolle. Bei Steve Jobs wurde es hinl\u00e4nglich als &#8222;reality distorsion field&#8220; benannt. Walter Isacson \u00fcbersetzt diese Eigenschaft des herausragendsten CEO&#8217;s des neuen Jahrtausends, in seiner Biographie \u00fcber Jobs, mit dem Hang dazu einfach skrupellos zu l\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es alleine die Absicht, die eine L\u00fcge zu einem verwerflichen Vorgang macht? Ist die Konstruktion der Wirklichkeit eine L\u00fcge? Die Absicht alleine ist unproblematisch und viel mehr noch die Voraussetzung eines gestalterischen Prozesses. Ich denke, dass wir diese therapeutische Elementarerkenntnis nicht mit einer &#8222;allgemein g\u00fcltigen&#8220; Definition von L\u00fcgen sch\u00e4den d\u00fcrfen. L\u00fcgen hat in unserem Sprachgebraucht eine negative Konotation wohingegen die Umdeutung unserer pers\u00f6nlichen Wirklichkeit ein therapeutischer Segen ist. Der g\u00f6\u00dfte Unterschied zwischen dem Spektrum der Geisteswissenschaft und der Realwirtschaft ist wohl, dass sich die F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit der N\u00fctzlichkeit seiner wirktlichkeitsgestaltenden Rolle bewu\u00dft ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Therapeut w\u00fcrde die Umgestaltung der Wirklichkeit moderieren und die Ergebnisplasitizit\u00e4t hochhalten. Der Manager strebt danach eine m\u00f6glichst effiziente Wirklichkeit in seinem Umfeld zu etablieren, die sowohl den Zielen des Unternehmens, als auch denen seiner Person dient. Vielleicht macht der Nutzen die eine Wirklichkeit zu einer ressourcevollen Erfahrung der Selbstbestimmtheit und die andere Wirklichkeit zur t\u00e4glich fremdbestimmten Qual. Erg\u00e4nzend sei darauf hingewiesen, dass der Manager ein wesentlich m\u00e4chtigeres und umfassenders Instrumentarium besitzt die Wirklichkeit seines Umfeldes zu gestalten. Alleine der Zugriff auf die untersten Ebenen der maslow&#8217;schen Pyramide (Grundbed\u00fcrfnisse) beeinflusst die Wirklichkeit ma\u00dfgelich.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant genug ist die Suche der Wirtschaftswissenschaften danach Leistung und Innovation innerhalb einer Organisation auf einem hohen Niveau zu halten. Peter F. Drucker hat die Zielorientierung eingef\u00fchrt, Fredmund Malik hat sie systematisiert und methodisiert. Heute jagen wir dem &#8222;agilen&#8220; Lieferprozess hinterher, der den systematisierten Prozessausw\u00fcchsen entgegenwirken soll. Es ist aber immer nur der Versuch die Rahmenbedingungen so zu \u00e4ndern, dass ein System die &#8222;richtigen&#8220; Ergebnisse erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke wir sollten die Integration der Wirklichkeitsgestaltung auf einer anderen Ebene vorantreiben. Jedes Unternehmen braucht Ziele und intelligente Lieferprozesse. Um Stabilit\u00e4t und dauerhaften Erfolg hinzuzuf\u00fcgen, m\u00fcssen wir die Wirklichkeiten von Unternehmen und die der darin arbeitenden Menschen auf der gleichen Ebene denken lernen. Will ich einen Menschen f\u00fcr mein Unternehmen gewinnen, sollte im Vordergrund stehen, ob seine Wirklichkeit zu der des Unternehmens und deren Zielen passt. Alleine die Bed\u00fcrfnisse und Realit\u00e4ten des Menschen zu (be)achten, kann der wirtschaftlichen Wirklicheit einen ressourcevollen Zustand verschaffen. Aus Erfahrung wissen wir, dass dieser Zustand Basis f\u00fcr Innovation, Leistung und Zufriedenheit ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht m\u00fcssen wir daf\u00fcr das eine oder andere holistische Wirtschaftsprinizp aufgeben. Interesse und Plastizit\u00e4t f\u00fcr die Wirklichkeit von Menschen und der von Organisationen, k\u00f6nnte uns zu einer neuen Ebene der Entwicklungsf\u00e4higkeit f\u00fchren. Der Wert einer gemeinsam gedachten Wirklichkeit ist mit Gold nicht aufzuwiegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Tradition von Paul Watzlawick und den Konstruktivisten, stellt sich nicht nur im therapeutischen Umfeld die Frage nach der Wirklichkeit. Gerade in der Gesch\u00e4ftswelt, die ja von gestaltungswilligen Alphatieren gepr\u00e4gt ist, spielt der individuelle Blickwinkel eine wirklichkeitsgestaltende Rolle. Bei Steve Jobs wurde es hinl\u00e4nglich als &#8222;reality distorsion field&#8220; benannt. 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