{"id":106,"date":"2019-07-29T10:26:24","date_gmt":"2019-07-29T08:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/thp.tonality.at\/blog\/?p=106"},"modified":"2021-02-23T10:35:50","modified_gmt":"2021-02-23T09:35:50","slug":"fuhrungsstrukturen-im-ma-umfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thal-partner.de\/blog\/fuhrungsstrukturen-im-ma-umfeld\/","title":{"rendered":"F\u00fchrungsstrukturen im M&#038;A Umfeld"},"content":{"rendered":"\n<p>Wird eine Akquisition durchgef\u00fchrt kommt es operativ sehr darauf an, welche Ziele der Eigent\u00fcmer mit dem Erwerb verfolgt. In den meisten F\u00e4llen handelt es sich um eine Fond Ertrag optimierte Transaktion. Der Eigent\u00fcmer hat das Unternehmen mit einem \u201eangemessenen\u201c EBIT Multiple gekauft und versucht innerhalb einer definierten Zeitspanne das EBIT so zu hebeln, dass ein optimierter Verkaufspreis erzielt werden kann. Im Normalfall gibt es definierte Schwellwerte die der Akquisition zu Grunde gelegt werden, um die Performance und Entwicklung des Unternehmens zu bewerten (das Investorenziel liegt im Schnitt bei 15%). Im PE (Private Equity) Umfeld sind die Deal-Partner und das lokale Management auf einen h\u00f6chst m\u00f6glichen Verkaufspreis eingeschworen. Mit \u201eSweet Equity\u201c Vertr\u00e4gen werden das lokale Management und die operativen Eigent\u00fcmervertreter am Zugewinn \u00fcberproportional beteiligt. Es wird also eine Synthese zwischen Unternehmens- und pers\u00f6nlichen Zielen hergestellt. Der abgebende Eigent\u00fcmer wird entweder ausbezahlt, oder mittels Auszahlungsplan f\u00fcr eine gewisse Zeit weiter an die Leistung des Unternehmens gebunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eigent\u00fcmer ist nicht gleich Eigent\u00fcmer!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>PE Unternehmen die den Eigent\u00fcmer \u00fcber einen Auszahlungsplan weiter an das Unternehmen und an dessen Erfolg binden, ersparen sind eine intensive operative Einflussnahme bzw. das Risiko einer massiven \u00dcberbewertung im Vorfeld der Transaktion. Ist der ehemalige Eigent\u00fcmer motiviert \u00fcber 3-5 Jahre die volle Verkaufssumme zu erzielen, wird er in der Bewertung realistisch und in der Unterst\u00fctzung des weiteren Gesch\u00e4ftserfolgs motiviert sein. Geht der Eigent\u00fcmer operativ unmittelbar nach dem \u201eClosing\u201c aus dem Unternehmen, muss das PE Unternehmen einen Gro\u00dfteil der Risiken selbst abdecken und mitigieren. Die operative Einmischung gelingt je nach Kompetenz das PE Unternehmens besser oder schlechter. Das Wissen und die Erfahrung am Markt und im Gesch\u00e4ftsmodell des erworbenen Unternehmens ist entscheidend f\u00fcr die Erfolgschancen und den Ergebnishebel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eigent\u00fcmer Kompetenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jeder PE Fond versucht ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen um unabh\u00e4ngig von einschl\u00e4gigen Branchen Entwicklungen zu sein. Das stellt die operativen Partner vor die Herausforderung, in mehreren Branchen Expertise vorzuhalten und sich operativ zu engagieren. Um den Management Anteil des PE Unternehmens schlank zu halten und somit den Ertrag pro \u201eDeal\u201c zu optimieren, sind es meist wenige Partner die viele Unternehmen operativ betreuen. Es scheitert in den meisten F\u00e4llen daran, dass die verf\u00fcgbare Zeit aufgeteilt auf die entsprechenden Zielunternehmen nicht ausreicht, um sich tiefergehend mit den erworbenen Unternehmen zu besch\u00e4ftigen. Der Erfolg ist \u00fcber die gehebelten Erfolgsaussichten maximal incentiviert, die zielgerichtete Handlungsf\u00e4higkeit \u00fcber die verf\u00fcgbare Zeit minimiert. Das f\u00fchrt vereinzelt zu einer Schieflage in der operativen Leistungsf\u00e4higkeit des Unternehmens. Es gibt in den meisten F\u00e4llen nur zwei gro\u00dfe Stellschrauben an denen gedreht wird.<\/p>\n\n\n\n<ol><li>Wachstum wird stimuliert indem Vertrieb und Gesch\u00e4ftsentwicklung hochgefahren werden.<\/li><li>Einsparungen werden identifiziert um mehr EBIT aus dem gleichen Umsatzvolumen zu erzeugen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Der gew\u00e4hlte Ansatz entspricht zu meist einem ausgepr\u00e4gten Beraterhabitus. Es werden Annahmen getroffen, um die Stellschrauben maximal drehen zu k\u00f6nnen. Die initiierten Projekte entspringen meist einem hohen Vereinfachungsgrad, der den tats\u00e4chlichen operativen Voraussetzung im Unternehmen nicht immer Rechnung tr\u00e4gt. W\u00e4ren ma\u00dfgebliche Ver\u00e4nderungen einfach und offensichtlich, dann h\u00e4tte das Unternehmen diese bereits umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fchrungsstrukturen und Eigent\u00fcmerwechsel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Eigent\u00fcmer wechselt, wird zumeist auch ein neues Management gesucht, um die neuen Manager entlang der Ziele des Erwerbers incentivieren zu k\u00f6nnen (\u201eSweet Equity\u201c). Es werden Vertr\u00e4ge geschlossen, die einen niedrigen fixen Gehaltsbestandteil haben und der Hebel \u00fcber den zuk\u00fcnftigen Verkauf realisiert werden kann. Das zwingt die Manager dazu &#8211; hart &#8211; die Ziele des PE Unternehmens zu verfolgen, da nur so ein lukratives Einkommenspaket auf die Laufzeit des PE Engagements entsteht. Es synchronisiert die Interessen des Erwerbers und die des lokalen Managements. Grunds\u00e4tzlich ist das aus PE Sicht ein vern\u00fcnftiges Vorgehen. Es gibt auch Kulturkreise in denen diese Form der Motivation gut funktioniert. In Europa f\u00fchrt das immer wieder zu einer Diskrepanz in der Vorstellung von gutem und nachhaltigem Management und kurzfristiger Gewinnoptimierung. Sehr gute Manager mit einem hohen unternehmerischen Gesp\u00fcr, werden deshalb diese Aufgaben scheuen, da sie in diesem Modell eine Auftragsarbeit eingehen. Der Gestaltungsspielraum ist an die Rahmenbedingung des \u201eDeals\u201c gekn\u00fcpft. Wird ein Manager \u00fcber Geld motiviert ist dieses Umfeld ein gutes Bet\u00e4tigungsfeld. F\u00fcr all jene die unternehmerischen Gestaltungsspielraum ernst nehmen und F\u00fchrung authentisch betreiben, ist dieses Umfeld nicht optimal produktiv.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird eine Akquisition durchgef\u00fchrt kommt es operativ sehr darauf an, welche Ziele der Eigent\u00fcmer mit dem Erwerb verfolgt. In den meisten F\u00e4llen handelt es sich um eine Fond Ertrag optimierte Transaktion. 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