Die Matrix im Management

Take the red pill!

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Was Morpheus Neo in der bekannten Filmszene anbietet ist: „..die Wahrheit, nicht mehr und nicht weniger!“ Die Wahrheit bietet sich uns täglich an. Mit etwas Reflexion und Professionalität sehen wir sie klar vor aus, auch wenn der Weg in die Realität ein Kampf gegen die „Maschinen“ ist. In der extravaganten Welt der „Maschinen“ ist vieles nicht immer rationales möglich.

Lassen sie uns jetzt die Matrix verlassen – auch auf die Gefahr hin, dass uns die Realität nicht gefällt. Die Matrix Organisation ist ein Produkt des Wirtschaftsliberalismus. Ursprünglich entstammt die Idee dem Wunsch Ressourcen (das heißt Menschen) mit mathematischer Effizienz zu nutzen. In der Theorie bietet der Ansatz auch bestechende Vorteile, weil die Arbeit unabhängig von Produkten, Innovation und User Experience paketweise abgearbeitet wird. Linear betrachtet steht ein Aufwand an Arbeit einer verfügbaren Menge an Arbeitsleistung gegenüber. Optimaler Weise geht die Restmenge der übrig bleibenden Arbeit und der möglichen verbleibenden Arbeitsleistung gegen Null.

So haben es Heerscharen von Top-Level Consultants und Beratungshäuser über Jahre propagiert. Die Katastrophe besteht nicht nur darin, dass die Verantwortlichen diese Systematik kritiklos ins Geschäftsleben integrieren ließen. Besonders schädlich ist die überdauernde Bereitschaft die Matrix weiterhin einzusetzen.

Die Matrix spannt mehrere Problemfelder auf: zum einen existiert das Problem der Priorisierung. Nicht jede Arbeit ist gleich wichtig. Die Stückgröße der Arbeitspakete ist nicht beliebig einstellbar, damit werden Pakete teilweise bis zu Unkenntlichkeit verstümmelt. Die Identifikation der Mitarbeiter zu ihrer Arbeit ist in dramatischem Ausmaß gering, weil der Beitrag zum Ergebnis nicht sichtbar ist. Innovationskraft wird systematisch unterdrückt, weil der primäre Fokus auf einer möglichst fehlerfreien Abarbeitung der Pakete liegt und nicht auf dem Nutzen den eine Funktion für das Produkt darstellt.

Trauen wir uns doch wieder Organisationen nach Produkten aufzustellen. Das Produkt ist die optimale Einheit die es uns ermöglicht, den Kunden, unsere Leistung und den Beitrag zum Unternehmen zu sehen. Die Produkt Organisation schafft eine natürliche Identifikation der Mitarbeiter, eine klare Priorisierung und eine Kunden- und Marktorientierung.

Kritische Stimmen werden anmerken, dass nicht jede Organisation groß genug ist um die Mitarbeiter eindeutig Produkten zuordnen zu können. Denken wir daran, dass wir einem professionellen Produkt Manager die Gesamtverantwortung übertragen. Dieser muss über den wirtschaftlichen Plan und die Produktstrategie die Wahl der Mittel argumentieren und eine Umsetzung gewährleisten. In einer mehr und mehr spezialisierten Geschäftswelt, werden Produktorganisationen immer aus Mitarbeitern und Dienstleistern bestehen. Produkte werden in ihrer Entstehung mit einem schlafkräftigen Kernteam in den Produktlebenszyklus gebracht und dann entscheidet die Produktstrategie und die wirtschaftlichen Mittel darüber welche organisatorische Entwicklung genommen wird.

Nehmen sie die rote Pille und folgen sie dem weißen Kaninchen. Lassen wir die Matrix hinter uns und kämpfen wir für die Freiheit mit Produkten innovativ und kreativ umgehen zu dürfen. Der Markt wird eine klare Fokussierung und Produktidentifikation immer honorieren.


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